Auswandern – Tipps und Eigene Erfahrungen

Allgemeine Erfahrungen

Was ich ihnen hier gleich ans Herz legen möchte, ist, dass sie hier in einem anderen Land und NICHT MEHR in Deutschland leben!!! Vieles ist hier Neu und ungewohnt, Termine von Handwerkern nicht immer bindend, doch sie kommen, wann auch immer!!! Verschiedene Behördenwege oder Vertragliche Termine dauern eben u.U. auch mal länger, doch was soll’s „Pass de Problem“, denn wenn sie sich aufregen, wirds auch nicht besser. 😊😊😊 Vielerorts ist „Hektik“ hier ein Fremdwort, ebenso Stress, und das ist auch gut so!!!! Was man hier hat, ist Zeit, Geduld und die Ruhe!!! Auch wir mussten, und müssen, uns daran immer wieder gewöhnen!!!  😊😊😊

Vieles, was ich hier schreibe und schildere, bezieht sich auf unsere, in der jeweiligen Stadt oder Departement gemachten Erfahrungen, sie sich jedoch von Zeit zu Zeit, evtl auch von Stadt zu Stadt oder Departement zu Departement, ändern können!!!

Das Klima ist ein weiteres Thema und gerade beginnen hier die ersten Herbststürme, die viel „intensiver“ sind, wie in Deutschland. Auch ist es dabei ein Unterschied, ob man an der Küste oder im Landesinnere, im Süden oder Norden, lebt. Die Luft haut uns nach Spaziergängen am Meer immer wieder um und ich vergleiche dies mal mit einer intensiven „Salz-Aerosol-Inhalation“!!! Mein Eindruck dabei ist, dass sich der Körper nun im Ganzen erholt!!! 😊😊😊
Eine Wettervorhersage ist für Uns noch kaum möglich, denn die Winde vom Meer her, verändern oft die Vorhersage hier an der Süd-Küste, so Unsere Erfahrungen bisher. Entsprechende Wetter-Apps finden sie hier http://www.bretagne-urlaub-und-reise-tipps.de/tiede-wetter-apps/

Die Bretonen sind sehr nette, freundliche und (meist) hilfsbereite Menschen, dies erst recht, wenn man ihnen sagt, dass man hier Leben möchte, hier wohnt!!! Wir wollen, und versuchen, uns ihnen anzupassen, ihre Sprachen (Französisch und Bretonisch) zu lernen, die Ruhe und Gelassenheit zu übernehmen, was zugegeben nicht immer ganz einfach ist, doch es lohnt sich!!!! Ein „Bonjour“ oder „Bonne journee“, sowie weitere Freundlichkeiten, ein Lächeln im Gesicht oder Zuvorkommend-sein z.B., sind hier selbstverständlich!!!  😊😊😊 Die Bretonen als wahre Freunde zu bekommen, ist schwer, doch wenn sie diese als Freunde haben, dann sind sie dies richtig!!! 😊😊😊

Beim Einkaufen wird oft ein kurzes Gespräch mit dem Personal geführt und wenn die Schlange hinter uns noch so lange ist!!!! Da wird dann gelacht und sich gefreut, man hat auch Verständnis, wenn es mal mit der Sprache nicht so klappt. SOLIDARITÄT und das MITEINANDER werden hier ganz groß geschrieben, Hektik ist meist, und wenn dann in den Städten, ein Fremdwort!!!

So haben wir bisher kaum Stau’s auf den Autobahnen erlebt und wenn dann war a. die Rettungsgasse frei und b. Alle hatten die Ruhe, niemand drängelte!!! Zebra-Streifen werden beachtet, wo die Fußgänger „Vorrang“ haben, man winkt und bedankt sich dann. So ist vieles, an das ich mich/wir uns gerade im Straßenverkehr gewöhnen mussten, dies jedoch nicht mehr missen möchten!!! 😊😊😊 Bei den Benzin-Preisen an den Tankstellen ist ebenfalls ein Unterschied zu Allemagne, denn die Preise sind stabil, ändern sich oft über Tage nicht und viele haben den gleichen Preis. So unsere Erfahrungen auch hier. 😊😊😊

Die Ruhe im Allgemeinen, dann speziell in der Natur, die Luft, die Farben der Natur, ob am Meer oder im Wald, ist ein weiterer Pluspunkt, den wir auch schon in der Normandie zu schätzen wussten. Dies erst recht, seit wir hier Leben!!! Kaum Flugzeuge, keine Autoschlangen, kein Gehupe oder Sondersignale von Polizei, Rettungsdiensten oder der Feuerwehr, keine Sirenen aus Industriebetrieben, auch daran mussten wir uns erst gewöhnen. Dies gerade ich, der 30 Jahre bei einer Berufsfeuerwehr in der Industrie tätig war!!! 😊😊😊

Das Essen, die Qualität der Produkte, ist ebenfalls ein Thema für uns. Oft direkt vom Erzeuger, den Fischern und Muschelzüchtern, aus der Boulangerie („Bäckerei“), ein GENUSS!!!! Doch auch in den Einkaufsmärkten ist die Frische und Qualität meist TOP!!! Die Wochenmärkte sind für uns immer wieder ein Erlebnis!!! Die Vielfalt der Produkte, man wird beraten, der Preis stimmt meist und wenn  man mal nicht kauft, ist das auch kein Problem!!! 😊😊😊

Die Ladenöffnungszeiten sind auch anders, wie in Deutschland!! So hat z.B. die Bank Montags geschlossen und dafür Samstags geöffnet. Einige Geschäfte haben während der Mittagspause geschlossen. Hier sollte man sich vor Ort informieren. Viele Lebensmittelgeschäfte haben hier Sonntagvormittags geöffnet!!! „Weihnachten“ ist hier nur am 25.12. und wird im Familienkreis mit einem guten Essen gefeiert  😊😊😊

Viele ältere Häuser sind hier aus altem Stein. Dies hat zur Folge, dass vieles seinen eigenen Standard hat, der nicht immer dem Deutschen Maßstab entspricht!! Die Fenster sind oft ein-glasig, die Heizung funktioniert meist über Holzfeuer, Nachtspeicher oder „normalem Strom“, selten eine Zentralheizung. Aber man kann „Überleben“!!! In wieweit diese Häuser isoliert sind, ist eine weitere Sache mit der man sich dann beim Langzeit-Mieten oder Kauf beschäftigen sollte. Gerade auf dem Land, besonders in den Weilern, gibt es keine Abwasserentsorgung, wie sie dies aus Allemagne oder den Städten gewohnt sind. Dafür hat das Haus dann eine Fosse und das Wasser wird über eine „Verrieselung“ im Erdreich entsorgt. Diese Anlagen werden von der Mairie überwacht, sind da registriert. Keller, wie man diese in Deutschland gewohnt ist, findet man hier direkt an der Küste selten, wenn überhaupt.

Hat man einen Termin mit einem Handwerker vereinbart, darf/sollte man NICHT UNBEDINGT die Termintreue erwarten, die man aus Deutschland kennt. Wir leben nun in Frankreich und da ist eben einiges das man hier gelassen sieht. So hatte ich einen Termin in einer etwas entfernteren Garage und am Mittag hieß es dann „Ob wir heute damit fertig werden, wissen wir nicht. Vielleicht auch erst Morgen früh!“ Wie da mein Gesicht aussah, verrate ich ihnen lieber nicht!!! Doch das Auto wurde dann doch an diesem Tag fertig!!! 😊😊😊

Wir gehen offen auf die Menschen zu, kommen oft mit ihnen ins Gespräch, lernen dabei auch die Sprache direkt. Ein „Pardon, je parl peu francais“, dazu ein Lächeln, öffnet schon mal Türen 😊😊😊

Beim Einkauf in Supermärkten stellen wir auch einige Änderungen gegenüber Deutschland fest: So sind die Preise der Waren hier in Frankreich (oft)  >>ÜBER<< den Produkten!!! Weiter ist der Kilo- oder Liter-Preis, meist Kleingedruckt und daneben stehend, wichtig!!! Die Packungsgrößen sind auch oft individuell, nach unseren Erfahrungen, und dies bestimmt dann auch den jeweiligen Preis der Ware.

In diesem Zusammenhang mit dem Einkauf noch was zum Nachdenken: Stellen sie sich bitte hier darauf ein, dass man Zeit hat!!! An der Kasse wird in aller Ruhe und ohne Hektik der Scheck zum bezahlen ausgefüllt, auch dann, wenn dies elektronisch über die Kasse ginge.  Bei uns Beiden ist es oft so, dass man sich freut, dass wir nun Neu-Bretonen sind und hier Leben. Ein Lächeln und ein „Kenavo et Avechall“ sind dabei selbstverständlich!! Die Menschen in der Schlange dahinter, bleiben ruhig und gelassen, wie bei so vielem eben!!! 😊😊😊

Hektisch wird es auf den Strassen lediglich vor Arbeitsbeginn und direkt nach Feierabend, wenn die Menschen nach Hause wollen!!! Aber ansonsten gilt „Amzer zo“ oder auf Deutsch „Wir haben Zeit“!!!

Zum Thema „Allgemeine Erfahrungen“ sammeln, zähle ich auch mein Handy-Vertrag mit einem der großen Telefon-Anbieter in Allemagne und das nun „hier-in Frankreich-leben“. Ich schaltete spät Abends, und nach einem langen Tag, aus Versehen mein Handy ganz aus, was mehr unbewusst geschah. Beim Wiedereinschalten hatte ich Probleme mit PIN und PUK, wendete mich an die Hilfe beim Provider. Als ich nicht mehr weiter kam und auch keine Ratschläge halfen, bat ich um eine Neue SIM-Karte, die mir  bitte hierher nach Frankreich geschickt werden möge. Doch das geht nicht, denn für diese Firma geht das nur nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dies nennt sich dann „Europa“!!! Also half nur die Kündigung, die dann auch in kürzester Zeit bewilligt wurde, da ich offiziell nicht mehr in Allemagne lebe und da auch nicht mehr gemeldet bin!!! Nun habe ich mir, mit einer hier schon lange lebenden Freundin, für viel weniger Geld eine Französische Karte gekauft, die das hiesige Netz besser abdeckt, mehr Leistung hat und die ich monatlich kündigen kann!!! Lediglich kann ich mit dieser Karte keine Telefonate mehr, weder aufs Handy noch auf das Festnetz, nach Allemagne führen und somit werden immer mehr Verbindungen dahin gekappt. Beim Festnetz-Anschluss ist es so, dass ich innerhalb der EU auf die Festnetze kostenlos zugreifen kann, jedoch nicht auf die Handy-Netze, denn dafür ist mein Vertrag nicht ausgelegt.

Wenn ihnen jemand sagt, dass dies „Kein Problem ist“ oder sei, Vorsicht!!! Glauben sie dies erst, wenn das Problem WIRKLICH gelöst ist!!!

Sehr wichtig sind auch die Landes-typischen Verhaltensregeln, die sie UNBEDINGT beachten sollen!!! So in Restaurants nicht einfach an einen freien Tisch setzen, sondern dem Service dann fragen, ob noch ein Tisch für … Personen frei ist? Sie werden dann zu diesem hingeleitet und auch bedient. Ein Trinkgeld wird oft in eine „Spardose“ an der Theke geworfen, das dann dem gesamten Personal zukommt. Fragen sie bitte danach.

Der Montag ist ebenso nicht zu unterschätzen, denn sehr häufig haben Geschäfte, Ärzte, Banken und …. an diesem Tag geschlossen. Diese sind im Gegenzug dann Samstags oft „ganz normal“ geöffnet. So hatte ich an einem Samstag Nachmittag erst beim Arzt, dann beim Masseur viele Termine. In der Saison oder in den größeren Städten mag dies anderster sein, das weiß ich nicht. Informieren sie sich in diesem Fall vor Ort, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Vieles wird hier mit Karte oder Scheck bezahlt, ob im Supermarkt oder ….. Die wenigsten bezahlen bar. Auch dies ist eine Umstellung gegenüber Deutschland. Als „empfehlenswert“ finden wir, dass man neben der Bank-Karte aus Deutschland noch eine Kreditkarte dabei hat. Nicht immer wird die Bankkarte von den Automaten akzeptiert und so hat man Ausweichmöglichkeiten. Schecks können sie hier auch über die Automaten der Banken einlösen, wie wir nun wissen. 😊😊😊

Stellen sie sich auch darauf ein, dass hier einiges über den Versandhandel bestellt und gekauft wird, denn die entsprechenden Märkte sind oft viele Kilometer entfernt und ob sie dann dies dort bekommen, ist eine andere Sache. Vieles ist möglich, aber auch unmöglich.

Die Bretagne wird auch als „Klein-Britannien“ bezeichnet und auch dies hat seinen Grund. Vieles ist hier „ähnlich“, so die Dudelsack-Musik und die Röcke der Männer dabei, aber auch die Tür-Schlösser z.B. die auch einmal in die entgegengesetzte Richtung sich öffnen oder schließen lassen. 😊😊😊

Bedenken sie bitte auch, dass sie hier in freier Wildbahn Tiere vorfinden, die sie aus Deutschland evtl nur aus dem Zoo kennen. So können Kreuzottern, hier nur kurz „Vipern“ genannt, in ihrem Garten sein. Petermännchen sind an den Plages oft zu finden, wie uns die Bretonen, Belgier oder auch hier lebende Deutsche immer wieder erzählen. Quallen, wie die „Portugisische Galeere“, bitte nicht anfassen, auch die Tentakeln nicht!!! Diese sind hoch GEFÄHRLICH für Mensch und Tier!!!  Bitte informieren sie sich, wie sie bei Kontakt am besten reagieren!!!

Stellen sie sich hier in Frankreich immer mal auf Streiks ein, die auch landesweit sein können, sich auf die Bahnverbindungen oder auch auf die Versorgung bestimmter Produkte auswirken können. Informieren sie sich deshalb „Zeitnah“, ob ihre Bahn fährt oder nicht.

Sollten sie ihr Auto in der unmittelbaren Nähe des Meeres abstellen, beachten sie die Flut und deren Höhe, denn immer wieder wird von Autos berichtet, die von der Flut erfasst wurden. Ebenso gibt es hier sehr heftige Regenfälle, die zu Überschwemmungen führen können.

Im Moment versuchen wir uns wieder mit der Bildenden Kunst und ich dabei mit der Beton-Kunst. Damit habe ich in Deutschland schon einige Erfahrungen gesammelt, die ich nun hier weiter ausbauen möchte. Nun haben wir uns einen Schnell-Beton hier im Baumarkt besorgt, den ich so nicht kenne und meine Werke erhalten für mich eine wesentlich bessere Qualität, wie in Deutschland. Auch dies stimmt mich optimistisch für weitere Arbeiten in der Zukunft. 😊😊😊

Zum Thema Verkehr habe ich diese Info, die ich aus einer Bretonischen Facebook-Gruppe habe mit Datum 07.01.2020 Die ersten privaten Radarwagen kommen in der Bretagne an ….

Feiertage, wie Weihnachten und Silvester, werden hier auch wieder „Landesüblich“ begangen/gefeiert. So ist der 24.12. ein ganz normaler Arbeitstag, dafür wird am 25. mit einem ausgiebigen Essen im Familienkreis gefeiert. Der 26.12. ist wieder ein Tag wie jeder andere und es wird gearbeitet. Am 31.12. gibt es nur in den größeren Villes Feuerwerke, die von der Commune organisiert sind. Privates Feuerwerk ist hier, bisher, verboten. Gefeiert wird auch hier wieder im Familien- oder Freundeskreis mit einem Essen. Dies ist auch oft am 01.01. der Fall.

Auch im Strassenverkehr ist vieles anderster hier. Stau’s haben wir bisher nur wenige erlebt und dabei sind die Menschen auch wieder gelassen. Die Rettungsgasse wird freigehalten, was ich so ebenso noch nicht erlebt habe. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden (zumeist) eingehalten. Fußgänger an Zebrastreifen haben absoluten Vorrang!!! Auch einige Straßenschilder, auf öffentlichen Straßen wohlgemerkt,  sind ein „Hin-Gugger“ und man traut kaum seinen Augen, dabei sind wir hier doch in Europa!!! Straßenschild in der Bretagne

So gibt es noch viele andere hier.

Weitere allgemeine Tipps sowie Reise- und Sicherheitsinformationen zu Frankreich finden sie hier  auf  der Seite des Deutschen Auswärtigen Amtes

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